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Der neue Pfarrer sieht sich als Diener

Franz Pfeffer fühlt sich in Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz-St. Pius pudelwohl. Täglich besucht ihn die Nachbarskatze.

Von Elfi Bachmeier-Fausten
Mit einem freundlichen „Guten Morgen“ und einem Lächeln im Gesicht empfängt Pfarrer Franz Pfeffer an der Pfarrhaustür in St. Pius in der Kelheimer Bauersiedlung. Der 33-Jährige ist der jüngste Priester im Dekanat Kelheim. Seit September ist er der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz-St. Pius. Franz Pfeffer fühlt sich hier „pudelwohl“. Er sei in der Pfarreiengemeinschaft und in der Stadt Kelheim „wirklich sehr angekommen“. Seine Ankündigung im vergangenen Frühjahr, hier Wurzeln schlagen zu wollen, setzt er bereits um.

Viereinhalb Monate ist er nun hier. Im Gespräch mit der Mittelbayerischen zieht er eine erste Bilanz und verrät Pläne. Franz Pfeffer unterhält sich mit der Reporterin in seinem Wohn- und Esszimmer an einem großen Holztisch aus Buchenholz. Zwei Schalen mit Süßigkeiten – in einer sind Marzipankartoffeln und in der anderen Lebkuchen – und eine rote Kerze stehen am Tisch. Der Pfarrer bietet Kaffee an und zündet die Kerze an. Sein Esszimmer nutzt Franz Pfeffer gerne für Besprechungen, zum Beispiel mit Brautpaaren. Denn es sei eine gemütlichere Atmosphäre an einem Tisch zu sitzen, als im Amtszimmer. Ein Amtsbruder habe einmal zu ihm gesagt, dass „,ein Esstisch der kleine Bruder des Altars ist, wo Gemeinschaft ist‘“.

Streicheleinheit für Samtpfote

Dass Menschen sich wohlfühlen, ist dem Priester wichtig. Es ist eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Beim Blick durch die Glasfront in den Garten sind viele Vögel zu sehen, die sich im Vogelhaus Futter holen. Aber das sind nicht die einzigen Tiere, die es zum Pfarrhaus zieht.

„Die Nachbarskatze kommt auch jeden Tag vorbei“, so der Pfarrer. Sie sitzt „immer am Küchenfenster, wenn ich frühstücke“. Die schwarz-weiße Samtpfote hat das Herz des Priesters erobert. Sie bekommt Leckerli und eine kleine Streicheleinheit, „dann darf sie wieder gehen“.

„Alle sollen sich wohlfühlen“

Der neue Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft, in der circa 4500 Katholiken leben, hat schließlich einiges zu tun. Einen Ruhestandspfarrer, der in der Seelsorge mithilft, gibt es seit dem Wegzug von Johann Götz im Herbst nicht mehr. Neben Priester Pfeffer ist Gemeindereferent Gerald Knittl in den beiden Pfarrei mit im Einsatz. Es sei ein „sehr kollegiales Miteinander“, so der Pfarrer. Der Gemeindereferent „ist sehr engagiert“ und unter anderem in der Jugendarbeit eingesetzt und kümmere sich auch um die Familiengottesdienste.

Erfreut berichtet der Geistliche von den gut besuchten Gottesdiensten zu Weihnachten.

„Wir hatten in der Advents- und Weihnachtszeit gut gefüllte Kirchen.“ Er hoffe natürlich, dass das jetzt so weitergeht. Pfeffer spricht von einer „lebendigen Pfarreiengemeinschaft“, in der viele sehr aktive Verbände und Gruppen bestünden. Das findet der 33-Jährige toll. Die Pfarreiengemeinschaft soll nach Pfeffers Ansicht ein Ort sein, „wo sich alle wohl und zu Hause fühlen und einbringen können. Ich versuche, jedes Engagement zu fördern.“

Sehr am Herzen liegt dem Pfarrer die Jugendarbeit. Nach wie vor ist er Diözesan-Jugendseelsorger bei den Jugendverbänden der Gemeinschaft Christlichen Lebens (J-GCL). Er möchte nach den Gottesdiensten am Ostermontag mit der Pfarrjugend der Pfarreiengemeinschaft und den J-GCL in die Toskana fahren.

Vom Beruf begeistert

Er sieht seine Rolle als Diener und Begleiter. „Der Zug ist vor mir gefahren und wird auch nach mir fahren“, sagt Pfeffer, der selbst gerne mit einem Zug fährt. Dienstlich ist er jedoch auch weiterhin zwischen den Pfarreien in Affecking und der Bauersiedlung, die durch die Donau getrennt sind, mit dem Auto unterwegs.

uch wenn Pfarrer Pfeffer sich in Kelheim „schon sehr zu Hause fühlt“, geht er von einer einjährigen Kennenlernphase aus. Er sei hier von den Menschen offen und herzlich willkommen geheißen worden. Es habe bislang viele schöne Begegnungen gegeben. Der Beruf des Pfarrers ist für Franz Pfeffer „das Schönste, was man machen kann, weil er so vielseitig und total erfüllend ist“.

Noch 2020 Umzug nach Affecking

In der Pfarreiengemeinschaft gibt es auch zwei Kindergärten. Pfarrer Pfeffer schaut öfter bei „seinen“ Betreuungsstätten vorbei. Außerdem ist er Seelsorger für die Bewohner im BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim in Kelheim und erteilt Religionsunterricht an den Grundschulen Kelheim-Nord und Hohenpfahl.

Jedoch auch mit einer anstehenden Sanierung ist er befasst. Das Pfarrhaus in Affecking wird saniert.

Pfeffer: „Wir sind gerade in der Planungsphase. Auf Zeichnungen ist auch der Neubau eines Pfarrheims miteinskizziert.“ Die Baumaßnahmen im Pfarrhaus sollen „bis Weihnachten 2020 abgeschlossen sein“. Ein Wunsch des Priesters ist, den Christbaum in seiner künftigen Wohnung in Heilig Kreuz in diesem Jahr anzünden zu können.

Ein Tatort-Fan

Aber bis Weihnachten ist ja noch etwas Zeit. So wird Pfarrer Franz Pfeffer auch das eine oder andere Mal Zeit finden, um seinem Steckenpferd, dem Lesen, nachzugehen. Am allerliebsten liest er Krimis und „der Tatort am Sonntag darf nie fehlen“. Das Mitraten, wer der Täter ist, sei spannend. Doch der Beruf als Kriminalbeamter kam für Pfeffer nie infrage. „Dafür wäre ich viel zu sensibel.“ Denn er würde mit jedem Täter und Opfer mitheulen. Schließlich stünden hinter jedem Fall „immer Schicksale“, so der Pfarrer.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung
www.mittelbayerische.de/region/kelheim-nachrichten/der-neue-pfarrer-sieht-sich-als-diener-21029-art1872882.html

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, Franz Pfeffer ist seit September 2019 in Kelheim Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz und St. Pius. Foto: Bachmeier-Fausten
Franz Pfeffer ist seit September 2019 in Kelheim Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Heilig Kreuz und St. Pius. Foto: Bachmeier-Fausten